Kirchen im Kanton Luzern

Im Kanton Luzern haben sich die christlichen Religionen als Landeskirchen organisiert. 2020 feiern sie gemeinsam das 50-jährige Jubiläum.

  • Die Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Luzern
  • Die reformierte Kirche Kanton Luzern
  • Die Christkatholische Kirchgemeinde Luzern

Die Geschichte der Landeskirchen

Die reformierte und die katholische Landeskirche im Kanton Luzern werden 50-jährig. Dies feiern die beiden im Jubiläumsjahr 2020. Bloss: Warum eine Feier nach fünfzig Jahren, die Kirche ist doch viel älter? Und was sind «Landeskirchen»? Ein Einblick in das besondere Verhältnis von Kirche und Staat.

Mehr: Die Landeskirchen und ihre Errungenschaften

Während hunderten von Jahren herrschte in Europa ein sogenanntes Staatskirchentum; Staat und Kirche waren institutionell verbunden, wenngleich die Kirche nur ein Teilaspekt des Staatswesens war. Als Gegenstück zum Staatskirchentum trennten sich im 19. Jahrhundert Kirche und Staat voneinander. Dabei überliess es der Staat den Kirchen und Religionsgemeinschaften, wie und ob sie sich als privatrechtliche Organisationen strukturieren. Dieser Ansatz galt als zukunftsweisend; insbesondere, um die Religionsfreiheit zu gewährleisten.

Oft reden beide mit

Die Zuständigkeiten von Kirche und Staat überschneiden sich oftmals: Beide reden mit, wenn es etwa um den Religionsunterricht geht, um die Seelsorge in Spitälern und Gefängnissen oder um die Notfallseelsorge. So entstand schliesslich eine dritte Form der Beziehung zwischen Kirche und Staat – die staatliche Kirchenhoheit. Eine Form, in der Kirche und Staat als selbstständige Grössen nebeneinanderstehen, allerdings in einem besonderen Verhältnis zueinander.

Kirchgemeinden älter als Landeskirchen

Auch im Kanton Luzern sind Kirche und Staat zwei getrennte Institutionen, d.h. der Staat nimmt keinen Einfluss auf die Gestaltung der Kirche. Dies, obwohl in den Landeskirchen staatliches Recht angewendet wird, nämlich dasjenige des Kantons. Etwa das Stimmrechtsgesetz und das Personalrecht.

In der Luzerner Staatsverfassung von 1875 standen freilich noch die Kirchgemeinden im Vordergrund; gleichberechtigt neben den Einwohner-, den Bürger- und Korporationsgemeinden. Die Kirchgemeinden sind also viel älter als die Landeskirchen. Sie waren schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts staatlich geregelt.

Erst fast 90 Jahre nach Inkrafttreten der Staatsverfassung bildeten sich politische Bestrebungen heraus, für die Glaubensangehörigen einer Konfession mit einer eigenen Kirchenverfassung eine Dachorganisation zu schaffen. 1964 beschloss der Grosse Rat das dafür in der Staatverfassung vorgesehene Gesetz. Auf dieser Grundlage entstanden die Kirchenverfassungen. Die Reformierten stimmten der ihren am 16. März 1969 an der Urne zu, die Katholikinnen und Katholiken am folgenden 29. Juni 1969. 1970 nahmen beide Landeskirchen mit den konstituierenden Sitzungen ihrer Parlamente ihre Tätigkeit auf.

Christkatholiken sind älter

Die dritte Landeskirche im Kanton Luzern, die christkatholische, wurde schon viel früher anerkannt, als sie im Kanton Luzern Fuss fasste. Das regierungsrätlich Dekret wurde im Dezember 1931 erlassen und trat am 1. Januar 1932 in Kraft.

Kontakte

Christkatholische Kirchgemeinde Luzern

www.christkatholisch.ch/luzern

Reformierte Kirche Kanton Luzern

www.reflu.ch

Römisch-katholische Landeskirche des Kantons Luzern

www.lukath.ch