Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern haben einen ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst angeboten: Tele1 strahlte diesen am 25. Dezember 2021 aus. Insgesamt feierten über 6000 Zuschauerinnen und Zuschauer live am Fernsehen mit.

Medienmitteilung vom 10. Januar 2022

In den Pfarreien und Kirchgemeinden konnten Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen ab dem 20. Dezember 2021 in Innenräumen nur noch mit bis zu 50 Personen ohne Zertifikat oder ab 50 Personen unter 2G stattfinden. Die drei Landeskirchen hatten frühzeitig entschieden, mit dem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst einen ergänzenden digitalen Zugang zu schaffen für Menschen, die nicht vor Ort teilnehmen konnten oder wollten. Dies war ein Bedürfnis, wie die Zahl der Zuschauenden zeigt: Insgesamt feierten über 6000 den Fernsehgottesdienst vom 25. Dezember 2021 aus der Pfarrkirche Johannes und Paulus in Schüpfheim auf Tele1 mit. Zudem wurde dieser wiederum für schwerhörige und gehörlose Menschen in Gebärdensprache übersetzt, was zu positiven Rückmeldungen geführt hat. Den Landeskirchen ist Inklusion wichtig – auch bei einem Fernsehgottesdienst.

Kollekte zugunsten von Kindern

Im Fernsehgottesdienst gab es eine ökumenische Weihnachts-Kollekte zugunsten des Schweizer Vereins «Kinderhilfe Bethlehem» mit Sitz in Luzern. Der 1963 gegründete Verein ist Träger des «Caritas Baby Hospital» in Bethlehem. Im Spital werden aus-schliesslich Kinder behandelt. Die Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal des Spitals in Palästina garantieren Kindern bis 18 Jahre – unabhängig ihrer Herkunft und Religion – die bestmögliche medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung. Insgesamt kam ein Betrag in der Höhe von 1600 Franken zusammen. Die Landeskirchen bedanken sich für das Mitfeiern und die Spenden.

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Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern luden auch dieses Jahr zu einem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst ein. Dieser wurde am Samstag, 25. Dezember 2021, um 10 Uhr auf Tele1 ausgestrahlt – mit Übersetzung in Gebärdensprache für schwerhörige und gehörlose Menschen.

Hier können Sie den Gottesdienst nachträglich anschauen

Singen Sie mit! Die Texte zu den Liedern, welche die Gemeinde in diesem Gottesdienst singt, können Sie hier herunterladen.

Kollekte zugunsten von Kindern

Das Caritas Baby Hospital in Bethlehem behandelt als einziges Spital in Palästina ausschliesslich Kinder. Die Ärztinnen und Ärzte sowie das Pflegepersonal des Spitals garantieren Kindern bis 18 Jahre – unabhängig ihrer Herkunft und Religion – die bestmögliche medizinische, pflegerische und therapeutische Versorgung. Das Spital wird vom 1963 gegründeten Schweizer Verein Kinderhilfe Bethlehem mit Sitz in Luzern getragen. Die diesjährige ökumenische Weihnachts-Kollekte geht an den Verein via das Spendenkonto CH15 0077 8157 7774 2200 4 oder via Twint übe den nebenstehenden QR-Code.

Start aufgrund Corona – Weiterführung aufgrund der Einschaltzahlen

Im Jubiläumsjahr 2020 des 50-jährigen Bestehens hatten die Luzerner Landeskirchen in ökumenischer Verbundenheit unter dem Motto «Kirche kommt an» verschiedene Anlässe geplant. Aufgrund der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie mussten die Aktivitäten wie mit den Fernsehgottesdiensten gemeinsam umgestaltet werden. Die katholische und die reformierte Kirche haben entschieden, das Jubiläum 2021 um ein Jahr unter dem Motto «50+1» zu verlängern. Der Weihnachts-Fernsehgottesdienst bildet dessen Abschluss. Aufgrund der sehr hohen Einschaltzahlen – 20’000 Zuschauende an Weihnachten 2020 und 14’000 an Ostern 2021 – werden die Landeskirchen in Zusammenarbeit mit Tele1 im Dezember 2022 den nächsten ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst gestalten.

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Mit Übersetzung in Gebärdensprache

Der Bundesrat und der Kanton Luzern haben ab der Weihnachtswoche die Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus verstärkt. Die Lage in den Spitälern spitzt sich weiter zu. Weihnachten sollte wiederum so stattfinden, dass die Kontakte reduziert werden, damit die Zahl der Neuinfektionen nicht weiter ansteigt. Die drei Landeskirchen im Kanton Luzern boten deshalb auch dieses Jahr mit dem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst einen ergänzenden digitalen Zugang, um die Geburt Jesus zu feiern. Den Gottesdienst in der Pfarrkirche Johannes und Paulus in Schüpfheim gestalteten gemeinsam:

  • Urs Corradini (Leiter Pastoralraum Mittleres Entlebuch)
  • Denise Hürlimann (Christkatholische Kirchgemeinde Luzern und Psychotherapeutin)
  • Peter Willi (Pfarrer Reformierte Kirche Kriens)
  • Musikalisch wirken die 5. und 6. Schüpfheimer Primarklassen von Mirjam Siegenthaler gemeinsam mit Organistin Annette Unternährer mit.

Für schwerhörige und gehörlose Menschen wurde der Gottesdienst vom 25. Dezember 2021 um 10 Uhr im Regionalfernsehen Tele1 in Gebärdensprache übersetzt. Sie können ihn über den Link auf dieser Seite nachträglich schauen.

Eine Bewerbung schreiben und mailen? Und keinen Computer zuhause? Für Menschen in Armut oder mit wenig Deutschkenntnissen ein Problem. Die katholische Kirche Kriens macht sie fit für die digitale Welt. Das Angebot ist auch ein Beispiel für die Zusammenarbeit von Kirche und Staat.

Imani (alle Namen geändert), eine gut 50-jährige Frau aus dem Sudan, hat eine kleine Stelle in der Kinderbetreuung und will ihr Pensum aufstocken. Mit Melanie Grünenfelder, Leiterin des Sozialdienstes der Pfarrei Bruder Klaus, aktualisiert sie an diesem Nachmittag im Internet-Café ihren Lebenslauf und bespricht Inserate, die sie in der «Barni-Post» gefunden hat. An einem anderen Tisch sitzt Milad aus Afghanistan. Der etwa 30-jährige Mann ist froh, hier seine Bewerbungsschreiben auf neue Stellenangebote anpassen und ausdrucken zu können. Zuhause hat er keinen Drucker. Irena schliesslich, um die 60, ist arbeitslos. Sie sucht eine Stelle im Verkauf. Jemand hilft ihr, das Mailkonto auf dem Handy wieder zugänglich zu machen, sucht mit ihr eine Gratis-App, damit sie PDFs öffnen kann, und scannt schliesslich ihre Unterschrift. «Ich will Bewerbungen künftig per Mail einreichen können», sagt Irena.

Ein Problem, das unterschätzt wird

Stellensuchende im Tieflohnbereich haben oft Mühe, eine Arbeit zu finden. Oder Armutsbetroffene eine Wohnung. Ihnen fehlen zudem häufig Kenntnisse am Computer. «Ein Problem, das unterschätzt wird», sagt Melanie Grünenfelder. Dabei sei es schon herausfordernd, sich auf der Informationsplattform der regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) zurechtzufinden. Als im Frühjahr Informations- und Schulungsangebote anderer Stellen wegfielen, reagierte Grünenfelder deshalb zusammen mit Eliane Räber, Geschäftsleiterin von «Kriens integriert», und baute das Internet-Café auf. René Flad, ein pensionierter Jobcoach, half bei der Konzeption mit. «Kriens integriert» ist ein Verein, der im Auftrag der katholischen und reformierten Kirche und der Stadt die praktische Integrationsarbeit in Kriens verantwortet.

Die freiwillige Helferin Eveline Bachofer (rechts) hilft Klientin Irena, deren Handy-Problem zu lösen. | © 2021 Dominik Thali

Weshalb hat die Maus zwei Tasten?

Im Internet-Café im Zentrum Bruder Klaus, das jeden Dienstag Nachmittag geöffnet ist, können Armutsbetroffene Laptop und Drucker benutzen und erhalten praktische Anleitung. «Eigentlich wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe sein», sagt Eliane Räber. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten aber kaum Computerkenntnisse. Weshalb hat die Maus zwei Tasten? Ist das ein Link oder ein Mail­adresse? Ein- oder zweimal klicken? «Was für uns in fünf Minuten erledigt ist, dauert dann halt eine Stunde», sagt Räber. «Die digitale Welt ist anspruchsvoll – auch für uns», fügt Grünenfelder an. «Geduld braucht es da oft auf beiden Seiten.»

Eine, die davon genug hat und heute freiwillig mithilft, ist Eveline Bachofer. Die pensionierte Frau war beruflich in der Erwachsenenbildung tätig. Ihr sei vieles geschenkt worden im Leben, «davon will ich etwas zurückgeben», sagt Bachofer. Helferinnen und Helfer wie sie gibt es zurzeit neun. Die Projektkosten sind deshalb tief. Die Kirchgemeinde stellt den Raum zur Verfügung, die sieben Laptops und der Drucker sind Geschenke; ein Pfarreimitglied hat alles zu einem Freundschaftspreis installiert.

«Gut, dass es so etwas gibt»

Das Internet-Café ist als Pilotprojekt vorerst bis Ende Jahr befristet. Melanie Grünenfelder und Eliane Räber hoffen, dass es weitergeführt wird. Seit dem Start im Juli haben rund 20 Personen das Angebot genutzt, viele kommen mehrmals. «Damit sind wir zufrieden, aber es könnten noch mehr sein», sagt Grünenfelder. Imani, Milad und Irena, die an diesem Nachmittag Hilfe erhalten, sind froh um die Unterstützung. «Gut, dass es so etwas gibt», findet Irena. Sie tippt auf ihr Handy und freut sich, dass sie darüber wieder Zugang zu ihren Mails hat.

Dominik Thali

Internet-Café, Zentrum Bruder Klaus, Pilatusstrasse 13, Kriens, jeden Dienstag von 15 bis 18 Uhr, Teilnahme kostenlos, keine Anmeldung erforderlich

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«Mut» lautete das Motto von Kirchen und Kanton Luzern zum diesjährigen Bettag. Ausdruck davon sind die Bäume, welche die drei Landeskirchen heute aus Anlass ihres 50-Jahre-Jubiläums an sechs Orten pflanzten. Mut machten die Kirchen an diesem Sonntag auch dazu, für die Sorgen und Nöte der Menschen einzustehen.

Medienmitteilung vom 19. September 2021

Ein Apfelbaum in Kriens und Willisau, ein Nussbaum in Wolhusen, eine Kastanie in Hochdorf, eine Hopfenbuche in Sursee und eine Eiche in Luzern: Diese sechs Bäume bilden seit heute Sonntag «ein neues Lebens-Netzwerk im Kanton Luzern», wie es der reformierte Pfarrer Peter Willi an der ökumenischen Feier in Kriens ausdrückte. Die Aktion war der Ersatz für die schon 2020 in Willisau geplante grosse Feier zum Bettag, welche die drei Landeskirchen auch in ihrem zweiten Jubiläumsjahr wegen der Pandemie nicht durchführen konnten. Dafür luden sie heute die Bevölkerung zu sechs kleineren Feiern in alle Regionen des Kantons ein und pflanzten an deren Rand einen Baum. Das passte zum diesjährigen Bettagsthema «Mut» von Kirchen und Kanton.

Die Bäume stehen für jedes der fünf Jubiläums-Jahrzehnte der Landeskirchen und das angebrochene sechste Jahrzehnt. Die Äpfel, die an die Teilnehmenden der Feiern verschenkt wurden, sind die Ernte derjenigen Bäume, die Generationen vor uns gepflanzt hatten. Auf der Tafel, die bei jedem Baum an das Jubiläum erinnert, heisst es: «Wie ein Baum in der Erde, so sollt ihr in Christus fest verwurzelt bleiben» – ein Satz aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser.

Für die Wahrheit einstehen

Vom Mut, den es mitunter dazu braucht, ist schon in der Bibel die Rede. Das Markus-Evangelium erzählt vom blinden Bartimäus, den Jesus zu sich bittet und zu dem die Umstehenden sagen: «Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.» Für den reformierten Pfarrer Uwe Tatjes etwa, der die Feier in Willisau mit seinem katholischen Kollegen Andreas Wissmiller gestaltete, heisst das heute, «Kirche auf Augenhöhe» zu sein, eine Kirche, die neugierig ist, die ihre Umgebung wahrnimmt und versteht, was die Menschen bewegt». Manchmal sei sie aber «blind für die Zeichen der Zeit und Sorgen und Nöte der Menschen», meinte Tatjes selbstkritisch.

Der katholische Pfarrer von Hochdorf, Roland Häfliger, knüpfte hier an und sprach von «Demut» als einer Haltung, die Wirklichkeit zu sehen, «wie sie ist», hinzuhören und abzuwägen. Mut sei dann lebensfördernd, wenn er «mit Wahrheit und Weisheit» einhergehe, und heisse nicht, alles mitzumachen, ohne zu hinterfragen. «Gib uns Weisheit, gib uns Mut, für die Wahrheit einzustehen und die Not um uns zu sehen», heisst es in einem Lied, das in mehreren Feiern gesungen wurde.

Kirche kommt an

Das 50-Jahre-Jubiläum der Landeskirchen von 2020 stand unter dem Motto «Kirche kommt an». Die Corona-Pandemie führte zu Absagen und Programmänderungen, weshalb es dieses Jahr mit einem «+1» weiterging. Die Website www.kirche-kommt-an.ch erzählt die in den gut anderthalb Jahren entstandenen Geschichten von Menschen, bei denen die Kirche angekommen ist, und den Plänen, die trotz der Pandemie umgesetzt werden konnten. Unter anderem zeigen Kurzfilme, was die Kirche im Leben von Menschen und für Organisationen bedeutet.

Die heutigen Bettagsfeiern haben das Jubiläum nach aussen abgeschlossen. Nach innen pflegen die drei Landeskirchen ihre ökumenische Zusammenarbeit weiter. Das nächste Mal wird dies im gemeinsamen Weihnachtsgottesdienst auf Tele 1 am 25. Dezember zum Ausdruck kommen.

Grussworte überbracht
Vertreterinnen und Vertreter der Landeskirchen überbrachten an allen sechs Orten Grussworte. «Wir blicken inzwischen auf 51 Jahre Errungenschaften unserer Landeskirchen zurück», sagte Lilian Bachmann, Synodalratspräsident der reformierten Landeskirche in der Hofkirche in Luzern. Dazu gehörten etwa dieSeelsorge für Menschen mit einer Behinderung, in Spitälern, in Kliniken, in Strafanstalten, Alterszentren oder auf Palliativstationen, die Ehe- und Lebensberatung, Sozialberatung, Gassenarbeit, Notfallseelsorge oder die Ausbildungen von Katechetinnen und Katecheten. Gemeinsam mit den staatlichen und nicht-staatlichen Partnern erfüllten die Kirchen «wichtige Aufgaben unserer Gesellschaft», sagte Bachmann. Ihre katholische Kollegin Renata Asal-Steger bezeichnte die sechs Bäume als «Zeichen des Lebensmutes und der Zuversicht – für uns heute und für die Menschen, die nach uns kommen». – «Wann immer ein Baum gepflanzt wird, ist dies ein Zeichen des Vertrauens, des Vertrauens in die Zukunft», fasste Esther Albert, Präsidentin christkatholische Kirchgemeinde Luzern, in Sursee zusammen.

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Bilder in Druckauflösung

Die Bilder zur Baumpflanz-Aktiom zum Bettag können hier in Druckauflösung herunterladen werden. Die Namen der Fotografinnen und Fotografen finden sich in den Bildlegenden im Beitrag.

Die geplante grosse Feier zum Bettag können die drei Landeskirchen auch in ihrem zweiten Jubiläumsjahr nicht durchführen. Dafür laden sie am 19. September die Bevölkerung zu sechs kleineren Feiern in alle Regionen des Kantons ein und pflanzen dort einen Baum. Das passt zum diesjährigen Bettagsthema Mut.

Medienmitteilung vom 6. September 2021

Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag findet jeweils am dritten Sonntag im September statt. Die katholische, reformierte und christkatholische Kirche wollten vergangenes Jahr an diesem Tag aus Anlass des Jubiläums «50 Jahre Landeskirchen im Kanton Luzern» eine öffentliche Feier in Willisau durchführen, die sie wegen der Pandemie aber absagen und verschieben mussten. Die Corona-Bestimmungen liessen es allerdings auch dieses Jahr nicht zu, ein Fest dieses Umfangs zu planen. Deshalb laden die Kirchen stattdessen zu sechs kleineren ökumenischen Feiern ein, die an verschiedenen Orten im Kanton stattfinden – in Luzern, Kriens, Wolhusen, Willisau, Sursee und Hochdorf. Dort pflanzen sie je einen Baum.

Die Aktion passt zum Thema Mut, das Kirchen und Kanton dieses Jahr für die Plakataktion gewählt haben, mit der sie seit zwölf Jahren auf den Bettag hin jeweils gemeinsam an die Öffentlichkeit gelangen. Mut ist gefragt in dieser Zeit der Herausforderungen. Wie gehen die Menschen mit diesen um? Was empfinden sie als Zu-Mut-ung? Woraus schöpfen sie anderseits neuen Lebens-Mut? «Danke für Ihren Mut, Ihre Ausdauer und Ihre Zuversicht», heisst es dazu im Begleittext zum Plakat. Daran knüpfen die Landeskirchen an. Die sechs Bäume, die sie am Bettag pflanzen, sind ein Ausdruck dieser Zuversicht. Sie stehen für jedes der fünf Jubiläums-Jahrzehnte und das angebrochene sechste Jahrzehnt. Manche der Bäume werden später Früchte tragen. Die Äpfel, die an die Teilnehmenden der Feiern verschenkt werden, sind die Ernte derjenigen Bäume, die Generationen vor uns gepflanzt haben.

Schliesslich heisst es auf der Tafel, die bei jedem Baum an das Jubiläum erinnert: «Wie ein Baum in der Erde, so sollt ihr in Christus fest verwurzelt bleiben» – ein Satz aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser.

Kirche kommt an

Das 50-Jahre-Jubiläum der Landeskirchen, auf 2020 angesetzt, stand unter dem Motto «Kirche kommt an». Die Corona-Pandemie führte zu mancher Absage und Programmänderung, weshalb es dieses Jahr mit einem «+1» weitergeht. Die Website www.kirche-kommt-an.ch erzählt die in dieser Zeit entstandenen Geschichten von Menschen, bei denen die Kirche angekommen ist, und den Plänen, die trotz der Pandemie umgesetzt werden konnten. Unter anderem zeigen Kurzfilme, was die Kirche im Leben von Menschen und für Organisationen bedeutet.

Die Bettagsfeiern vom 19. September schliessen das Jubiläum nach aussen ab. Nach innen pflegen und verstärken die drei Landeskirchen ihre ökumenische Zusammenarbeit weiter. Das nächste Mal wird dies im gemeinsamen Weihnachtsgottesdienst auf Tele 1 am 25. Dezember zum Ausdruck kommen-

«Wir pflanzen einen Baum»: Die sechs ökumenischen Bettagsfeiern vom Sonntag, 19. September

Hochdorf10.30 Uhr, kath. Pfarrkirche, Hochdorf
Kriens10.00 Uhr, Mehrzweckhalle Krauer, Horwerstrasse 10, Kriens
Luzern10.00 Uhr, Kapellplatz, bei schlechtem Wetter in der Hofkirche, Luzern
Sursee10.30 Uhr, kath. Pfarrkirche, Sursee
Willisau09.30 Uhr Beginn mit Baumpflanzung vor der ref. Kirche
10.00 Uhr Gottesdienst in der kath. Pfarrkirche
Wolhusen10.30 Uhr, kath. Pfarrkirche, Wolhusen

Die Bevölkerung ist eingeladen, an einer dieser Feiern teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Zu beachten sind die dann geltenden Schutzmassnahmen.

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«Kirche kommt an» gilt mitunter auch in der Tierwelt: Weil es in Häusern immer weniger Estriche gibt, die nicht isoliert sind, werden Dachstöcke von Kirchen für Fledermäuse noch wichtiger. Die Wallfahrtskirche Hergiswald in Kriens etwa dient zwei Arten im Sommer als Wochenstube.

Der Aufgang zu Turm und Dachstock der Kirche Hergiswald ist nichts für Menschen, die an Klaustrophobie leiden. Oben auf dem mit Holzbrettern belegten Plateau angelangt, leuchtet Manuel Lingg mit einer Rotlicht-Taschenlampe ins Gebälk. Das stört die Fledermäuse nicht. «Sie haben keine Rezeptoren für Rotlicht», flüstert Lingg. Der 39-Jährige ist Biologe und ungefähr in einem 20-Prozent-Pensum Fledermausschutz-Beauftragter des Kantons Luzern.

Ein paar Tiere sind zu erspähen, wie bei Fledermäusen üblich in hängender Position. Sie haben zwar Füsse, können aber nicht darauf stehen. Das Hängen erfordert für sie keine Kraftanstrengung, die Fusskrallen rasten sich durch ihr Gewicht quasi im Holz ein. Sie schlafen ruhig, um nachts gerüstet zu sein für die Jagd auf Insekten, ihrem praktisch einzigen Nahrungsmittel.

Die Kirche Hergiswald dient einer Kolonie von ein paar Dutzend Brauner Langohren als sogenannte Wochenstube. Von Anfang/Mitte Juni bis zirka Ende August finden sich Weibchen ein, die hier ihr Junges gebären, säugen und aufziehen, bis es nach ein paar Wochen selber fliegen kann. Männchen sind nicht dabei, sie gehen andere Wege, ehe man sich im Spätherbst wieder irgendwo in einer Höhe mit den Weibchen trifft und der Fortpflanzungsakt von Neuem beginnt. Dabei geht es recht wild durcheinander. Fledermäuse sind nicht treu, sie paaren sich wiederholt mit verschiedenen Partnern. Weibchen können als Besonderheit den Samen speichern und nach dem monatelangem Winterschlaf im Frühling die eigentliche Befruchtung selber steuern.

Viel Verständnis in den Kirchen

Während die im Mittelmeerraum von den Fledermäusen bevorzugten Höhlen bei uns zu wenig warm wären, bieten solche Dachstöcke dank der Sonnenwärme geeignete Bedingungen für Wochenstuben. Zudem ist das Versteck sicher, vor allem vor Katzen, die an Fledermäusen gerne ihren Jagdtrieb ausleben. Und was ist mit dem Kirchengeläut? Das stört Fledermäuse anscheinend nicht, selbst wenn die Glocke in unmittelbarer Nähe ist. «Kirchen sind aber nicht nur für Wochenstuben wichtig, sondern je länger je mehr für Fledermäuse allgemein», sagt Manuel Lingg. Der Grund: Anders als früher werden viele Häuser meist bis unters Dach ausgebaut. Sogenannte Kalt-Estriche, die nicht isoliert sind und trotz ihres Namens im Sommer deutlich wärmer werden, werden immer seltener.

In Kirchen jedoch bleiben die Dachstöcke meist unangetastet. Lingg: «Es ist ein Glücksfall, dass das Einvernehmen mit ihnen sehr gut ist, mit unseren Anliegen für den Schutz der Fledermäuse stossen wir auf viel Verständnis und Rücksichtnahme.» Wenn zum Beispiel eine Dachrenovation ansteht, werden Arbeiten nicht im Sommer während der Anwesenheit der Tiere ausgeführt. Oder ein Gerüst wird so aufgebaut, dass die Fledermäuse trotzdem Zugang haben. Vermieden wird auch, dass bei nachts beleuchteten Kirchen die Scheinwerfer direkt ins Einflugloch strahlen. Das würde die Tiere massiv irritieren.

In der Kirche Hergiswald hat das Einflugloch die Form ein grosses Kreuzes, das in der Mauer ausgespart ist. Ein symbolträchtiges Bild – wobei das offene Kreuz nicht unbedingt nötig wäre. Die etwa fünf Zentimeter langen und ein paar Gramm schweren Braunen Langohren würden den Weg hinein und wieder hinaus auch über einen etwas locker sitzenden Ziegel finden. Aber bei einer Flügelspannweite von 25 bis 27 Zentimetern schätzen sie womöglich eine breite Öffnung. Dort lassen sie sich auch leichter zählen – ein Amt, die der lokale Fledermausschützer Hans Gysin ein paar Mal jährlich ausübt. Etwa 60 Tiere registriert er im Maximum.

In der Kirche Hergiswald hat das Einflugloch die Form eines grossen Kreuzes, das in der Mauer ausgespart ist. | © 2021 Roberto Conciatori

In St. Ottilien versammeln sich bis zu 600 Tiere

Die Braunen Langohren sind eine von über einem Dutzend Fledermaus-Arten, die im Kanton Luzern heimisch sind (gesamtschweizerisch gibt es rund 30 Arten, weltweit über 1000). Mit grossem Abstand am häufigsten bei uns sind Zwergfledermäuse. Neben den Brauen Langohren bilden auch die Grossen Mausohren Wochenstuben in Dachstöcken. Die meisten anderen Arten bevorzugen Spalten an den Aussenseite von Gebäuden oder natürliche Verstecke an Bäumen. Bekannt als Wohnstube für Grosse Mausohren ist die Wallfahrtskapelle St. Ottilien in Buttisholz, wo jeweils bis zu 600 Tiere beisammen sind. Die Mausohren sind eine Art, deren Bestand tendenziell zugenommen hat in den letzten Jahren, aber «Fledermäuse stehen allgemein stark unter Druck, vor allem, weil es zunehmend weniger Insekten gibt», sagt Manuel Lingg.

Für Fledermäuse gibt es im Kanton Luzern sogar eine Pflegestation. Monika Lachat aus Kriens und Giselle Knüsel-Buchs aus Ruswil kümmern sich ehrenamtlich um verletzte, geschwächte oder noch flugunfähige Tiere und päppeln sie liebevoll auf. Bei unserem Besuch in der Kirche Hergiswald brachte Manuel Lingg aus der Station ein Braunes Langohr mit. Es war auf Hergiswald bei Untersuchungen des Holzes leicht verletzt und in die Pflegestation gebracht worden. «Tiere werden möglichst immer dorthin zurück gebracht, wo sie gefunden worden sind.»

Vorsicht ist immer angebracht

Beim Aussetzen trägt Lingg Handschuhe. Fledermäuse können beissen und zum Beispiel Tollwut übertragen. Theoretisch. In der Praxis hat das der Fledermausschutz-Beauftragte aber noch nie erlebt. «Trotzdem sei für Leute, die viel mit Fledermäusen zu tun haben, immer etwas Vorsicht angebracht und neben Handschuhen auch eine Tollwut-Impfung Pflicht.

Dass sich nicht wenige Leute vor Fledermäusen mit ihrem etwas «vampirhaften» Aussehen ängstigen, kann Manuel Lingg halbwegs nachvollziehen. Diese Ängste würde aber zumeist auf Schauermärchen beruhen. Nicht auszurotten sei unter anderem die Behauptung, Fledermäuse würden gerne in die Haare eines Menschen fliegen. Manuel Lingg bekommt das oft zu hören, kennt aber keinen einzigen konkreten Fall. Linggs Überzeugung: «Wenn man Fledermäuse in Ruhe lässt, sind sie für Menschen völlig ungefährlich.»

Hans Graber

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Kirchen als Fledermäuse-Wochenstuben

Unter anderem in diesen Luzerner Kirchen zogen in den vergangenen Jahren Fledermaus-Weibchen in Gesellschaften (Wochenstuben) ihr Jungtier hoch:

  • Braune Langohren: Buttisholz, Doppleschwand, Eich, Ettiswil, Hasle, Hitzkirch, Kriens (Hergiswald), Marbach, Rain, Richenthal (Guthirt-Kapelle), Roggliswil (Wendelin-Kapelle), Rothenburg (Bertiswil), Rüediswil (Kapelle), Ruswil, Stettenbach (Kapelle St. Antonius), Sursee (Kapelle Mariazell), Ufhusen, Werthenstein (Klosterkirche), Willisau (Heiligblutkapelle), Winikon, Wolhusen, Zell
  • Grosse Mausohren: Buttisholz (Wallfahrtskapelle St. Ottilien), Grossdietwil, Malters, St. Urban (Klosterkirche).

Ob wirklich noch in allen diesen Kirchen Wochenstuben anzutreffen sind, wurde im zu Ende gehenden Sommer vom kantonalen Fledermausschutz überprüft.

  • Meldungen von Fledermaus-Nachweisen in Dachstöcken sind beim Fledermausschutz Luzern  willkommen: www.fledermaus.info

 

Die Kirche unterstützt junge Menschen. Zum Beispiel über Jungwacht Blauring und die Pfadi. «Mega froh» sind deren Leiterinnen und Leiter darum. Vereinnahmen lassen sie sich deswegen aber nicht. Gott und die Welt sind ihnen am Lagerfeuer näher als im Gottesdienst.

«Glauben leben» heisst einer der fünf Grundsätze im Leitbild von Jungwacht Blauring Schweiz. Damit sind allerdings nicht Lagergottesdienste gemeint – solche gibt es kaum mehr. «Sondern unser Alltag», sagt Elias Müller, Co-Präsident von Jungwacht Blauring Kanton Luzern. «Am Lagerfeuer sitzen und übers Leben reden, singen, etwas erleben und Erfahrungen teilen.» Glaube habe in der Jubla wie Pfadi wenig mit der Kirche als Einrichtung und traditionellen Feiern gemein. Wichtig ist er vielen Leiterinnen und Leitern in den Jugendverbänden gleichwohl. Etwa Pfadi-Kantonsleiter Simon Hofstetter. Seine damalige Abteilung sei eng mit der Pfarrei verbunden; er habe dadurch auch erfahren, «wie die Kirche funktioniert und was sie alles unterstützt».
Finanziell seien die beiden Verbände «mega froh» um die Kirche, sagt Hofstetter. Sie schätzten aber auch, dass in der Regel keine Bedingungen daran geknüpft seien. Die Kinder und Jugendlichen bekämen durch die Pfarreinähe ohnehin mit, «was die Kirche alles Cooles macht». Müller nickt. Kritik – «wenn zum Beispiel wieder etwas von Rom kommt» – könne er gut verstehen. «Ich sage dann aber jeweils: Kirche findet in erster Linie vor Ort statt. Wir dürfen auch anders denken.»

«Nicht exklusiv sein»

Anja Amrein pflichtet ihm bei. Die Co-Präsidentin des Jubla-Kantonslagers, das im Juli in Rotkreuz stattfindet, trifft man wie ihre Kollegen kaum im Sonntagsgottesdienst. «Mit den traditionellen Abläufen kann ich wenig anfangen», sagt sie. Herkömmliche konfessionelle Feiern seien in einem Jubla- oder Pfadilager ohnehin nicht mehr zeitgemäss: «Wir wollen nicht exklusiv sein gegenüber anderen Religionen.» Amrein fühlt sich allerdings im katholischen Glauben verwurzelt und ist von der Kirche Schweiz überzeugt: «Was das System Kirchensteuern anbelangt, stehe ich jedenfalls voll dahinter.»

Begeisterung und Verantwortung

Katholisch? Reformiert? Das spielt in der Jubla wie in der Pfadi keine Rolle (mehr). Zwar ist Jungwacht Blauring im katholisch geprägten Luzern stärker vertreten als die geschichtlich nicht konfessionsgebundene Pfadi. Was die beiden Verbände verbindet: Die Begeisterung für die «coole Truppe», wie es Elias Müller ausdrückt: «Das zieht einen einfach rein.» Anja Amrein gefällt der Teamgeist, der schnell aufkomme, auch wenn man sich noch gar nicht kenne, und Simon Hofstetter bekommt jetzt noch Hühnerhaut, wenn er sich an die 1000 Pfadikinder lange Polonaise im Kantonslager 2018 in Escholzmatt erinnert.

Dass sie viel Freizeit für Jubla und Pfadi hergeben, ist für die drei keine Frage. «Ich bin eben ein Lagerkind», sagt Anja Amrein, und erwähnt nebenbei, dass sie ein paar Tage vor dem Kantonslager noch ihre Masterarbeit abgeben müsse. Alltag auf der Stufe Leitung. Elias Müller schmunzelt: Es profitierten ja auch viele Kinder von diesem Einsatz. «Wir sehen, dass es sich lohnt, und das gibt uns auch viel zurück.»

Dominik Thali

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Eine sechsstellige Summe für Jubla und Pfadi

Luzern ist mit 76 Scharen und rund 7000 Mitgliedern der stärkste Jubla-Kanton. Der Pfadi-Kantonalverband zählt 33 Abteilungen und rund 3500 Mitglieder. Die katholische Landeskirche unterstützt die beiden Verbände mit insgesamt 104 000 Franken pro Jahr. Bei der reformierten Kantonalkirche fliessen jährlich rund 10 000 Franken in die Jugendarbeit. Zusätzlich erhalten viele Scharen und Abteilungen Beiträge von ihren Kirchgemeinden vor Ort. 

Weltweit sind nach Angaben der UNO über 70 Millionen Menschen auf der Flucht. Kinder und Jugendliche machen dabei mehr als die Hälfte aus. Auch im Kanton Luzern leben Menschen, für die die Schweiz zum Zufluchtsland wurde. Die Schicksale sind vielfältig. Die Luzerner Landeskirchen rufen anlässlich des Flüchtlingssonntags vom 20. Juni 2021 zur Solidarität auf.

Medienmitteilung vom 15. Juni 2021

Einige stehen noch im Asylverfahren. Andere haben als anerkannte Flüchtlinge oder als vorläufig Aufgenommene in unserem Kanton inzwischen ein neues Zuhause gefunden. Hinzu kommen Menschen, die als Sans-Papiers ohne geregelten Aufenthaltsstatus hier leben und arbeiten. Sie alle sind Teil der Luzerner Gesellschaft. In den vergangenen Jahren ermöglichte die «Aktionswoche Asyl» rund um den Weltflüchtlingstag, dass es im Sport, in der Kultur und weiteren Aktivitäten zu zusätzlichen Begegnungen zwischen der lokalen Bevölkerung und geflüchteten Menschen gekommen ist. Dabei ging es um das gegenseitige Verständnis – einander Fragen zu stellen, sich besser kennenzulernen und Ängste abzubauen. Der Kanton Luzern soll für Geflüchtete zu einer neuen Heimat werden. Denn: Solidarität kennt keine Grenzen.

Auswirkungen der Pandemie

Die weltweite Corona-Pandemie verschärft nicht nur die Situation vieler Menschen auf der Flucht massiv und teilweise lebensbedrohlich. Sie verunmöglicht leider, wie schon im Jahr 2020, auch die Aktionswoche Asyl. Begegnung, Austausch und Integration finden aber nicht nur in der Aktionswoche statt – sie passieren jeden Tag. An der Bushaltestelle, auf dem Spielplatz, an der Ladenkasse, im Treppenhaus, bei der Arbeit, in der Schule. Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche des Kantons Luzern rufen anlässlich des Flüchtlingssonntags und des Weltflüchtlingstags vom 20. Juni 2021 zu Solidarität und Mitgefühl bei diesen Gelegenheiten auf: im Kanton Luzern, in der Schweiz und weltweit (Originaltext hier).

Gemeinsames Engagement

Im Kanton Luzern engagieren sich täglich viele Menschen freiwillig, in Organisationen und seitens der Kirchen zusammen mit geflüchteten Menschen für die Gemeinschaft. Oft ist das leise und manchmal für viele unsichtbar. Am Flüchtlingssonntag bzw. dem Weltflüchtlingstag finden vielerorts Gottesdienste und weitere Aktivitäten wie «Solidarität kennt keine Grenzen vom 17. bis 27. Juni 2021» statt, um die Flucht und die Schicksale hörbar, sichtbar und erlebbar zu machen.      

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Die Kirchen helfen Menschen in Not, ohne lange Fragen zu stellen. Das gehört zu ihrem Grundauftrag. Ihre Sozialberatungen sind in der Corona-Zeit besonders gefragt. «Menschen, denen es ohnehin nicht gut geht, geht es jetzt noch schlechter», heisst es dort. Finanziell wie familiär.

Doris Krummenacher kennt alleinerziehende Frauen, «die sich mit fünf bis zehn Putzjobs im Stundenlohn durchschlagen und sich zusätzlich engagiert um ihre Kinder kümmern». Beatrice Geuking sitzt Personen gegenüber, «für die es vor einem Jahr in weiter Ferne gelegen hätte, fremde Hilfe zu holen. Aber jetzt haben sie die Stelle verloren oder die Enge in der kleinen Wohnung führt zu familiären Konflikten». Krummenacher leitet die Sozialberatung der reformierten Kirche Stadt Luzern, Geuking jene der katholischen. Die Corona-Zeit mache «alles dichter», sagt Geuking. «Menschen, denen es ohnehin nicht gut geht, geht es noch schlechter», doppelt Krummenacher nach.

Die Zahlen steigen in allen Bereichen

Die Zahlen steigen in allen Bereichen. Bei der reformierten Sozialberatung ersuchten 2020 ein Viertel mehr Personen als im Vorjahr um einen Geldbetrag. Die Kirchgemeinde gab dafür 165 000 Franken aus, weitere 65’000 trugen Gesuche an externe Stellen bei. Die katholische Sozialberatung wiederum verzeichnete vergangenes Jahr etwa einen Drittel mehr vertiefte Beratungen, und die 50 Neuanmeldungen im ersten Quartal 2021 entsprechen einer Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Ihr Sozialfonds wird aus den Antoniuskassen der Stadtpfarreien gespiesen. Daraus flossen 2020 rund 85’000 Franken.
Die Sozialberatungen haben Richtlinien für ihre Unterstützung. Sie helfen punktuell und dann, wenn dies keine andere Stelle kann. Offen sind sie hingegen für alle, die an sie gelangen; Herkunft und Religion spielen keine Rolle. Die reformierte Stelle gewichtet allerdings nach der Konfession, weil sie ein grösseres Einzugsgebiet hat als die katholische und entsprechend mehr Anfragen. Da wie dort geht es in knapp zwei Dritteln der Fälle ums Geld, ebenso oft jedoch um persönliche Beratung, Stärkung und um Informationen. Beatrice Geuking spricht von «Selbstwirksamkeit» und meint damit: «Menschen befähigen, mit dem wenigen, das sie haben, einen guten Umgang zu finden.» Die Sozialberatung könne nur anstossen und begleiten, den Weg müssten die Menschen selber gehen.

«Das kommt der ganzen Gesellschaft zugute»

Die beiden Sozialberaterinnen schätzen, dass sie sich für die Beratung mehr Zeit als die staatlichen Sozialämter nehmen und auf jedes Thema eingehen können. «Da sind wir unkompliziert», sagt Geuking. Wo die Teams nicht selbst helfen können, vermitteln sie an andere Einrichtungen, zum Beispiel die Lebensberatung «elbe», die von den Kirchen mitgetragen wird.
Die kirchlichen Sozialberatungen arbeiten ohne staatlichen Leistungsauftrag. «Weil die Kirchen schon immer Verantwortung für Menschen in Not und am Rand der Gesellschaft übernommen haben», sagen Geuking und Krummenacher übereinstimmend. Die dafür eingesetzten Kirchensteuern seien gut angelegtes Geld: «Wenn wir eine Person darin unterstützen können, dass sie selbstbestimmt ihren Weg gehen kann, kommt das der ganzen Gesellschaft zugute.»

Dominik Thali

Doris Krummenacher (links) leitet die Sozialberatung der reformierten, Beatrice Geuking jenen der katholischen Kirche der Stadt Luzern. Die beiden sitzen im Garten des Lukaszentrums, in dem sich die reformierte Sozialberatung befindet. | © 2021 Dominik Thali
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Sieben Sozialberatungsstellen im Kanton

In der Corona-Krise haben manche Einrichtungen und Menschen überhaupt erst erfahren, dass die Kirche Sozialarbeit leistet. Eine wichtige Partnerin in diesem Bereich ist die Caritas Luzern.

Sozialberatungen wie jene der katholischen und reformierten Kirche Luzern gibt es noch im Rontal und in Sursee (jeweils ökumenisch getragen) sowie in den Pastoralräumen Emmen-Rothenburg, Kriens und Baldeggersee (katholisch). In den Pastoralräumen Horw und «Im Rottal» stehen Stellenprozente für Diakonie zur Verfügung.

Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern haben dieses Jahr wiederum einen Oster-Fernsehgottesdienst angeboten: Tele1 strahlte diesen am 4. April aus – auch in Gebärdensprache für schwerhörige und gehörlose Menschen. Insgesamt verfolgten rund 14’000 Zuschauende diesen Gottesdienst mit.

Medienmitteilung vom 21. April 2021

In den Pfarreien und Kirchgemeinden fanden Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen während Ostern nur mit bis zu 50 Personen statt. Die drei Landeskirchen im Kanton Luzern haben mit dem ökumenischen Oster-Fernsehgottesdienst wiederum einen ergänzenden digitalen Zugang für sehr viele Menschen geboten, welche nicht alle vor Ort teilnehmen wollten oder konnten bedingt durch die beschränkte Anzahl Plätze. Insgesamt haben rund 14’000 Zuschauende den Fernsehgottesdienst am Ostersonntag, 4. April 2021, zwischen 10 und 10.30 Uhr auf Tele1 und PilatusToday mitverfolgt. Zudem wurde dieser für schwerhörige und gehörlose Menschen in Gebärdensprache übersetzt.

Kirche kommt an – 50+1 Jahre Landeskirchen im Kanton Luzern

Im Jubiläumsjahr 2020 des 50-jährigen Bestehens hatten die Luzerner Landeskirchen in ökumenischer Verbundenheit unter dem Motto «Kirche kommt an» verschiedene Anlässe geplant. Aufgrund der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie mussten Aktivitäten abgesagt, verschoben und wie mit den Fernsehgottesdiensten neu umgesetzt werden. Die katholische und die reformierte Kirche haben entschieden, das Jubiläum im Jahr 2021 um ein weiteres Jahr unter dem Motto «50+1» zu verlängern und neu entsprechend der Lage zu gestalten.

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