Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern haben erstmals einen ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst angeboten: Tele1 strahlte diesen am 25. Dezember 2020 aus – auch in Gebärdensprache für schwerhörige und gehörlose Menschen. Insgesamt haben knapp 20’000 Zuschauende diesen Gottesdienst mitverfolgt.

Medienmitteilung vom 12. Januar 2021

In den Pfarreien und Kirchgemeinden konnten Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen nur noch mit bis zu 50 Personen stattfinden. Die drei Landeskirchen hatten bereits im Herbst entschieden, mit dem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst einen ergänzenden digitalen Zugang für sehr viele Menschen zu schaffen, welche nicht vor Ort teilnehmen konnten oder wollten. Dies war ein grosses Bedürfnis, wie die Zahl der Zuschauenden zeigt: Insgesamt haben knapp 20’000 den Fernsehgottesdienst zwischen 10.00 und 10.30 Uhr auf Tele1 mitverfolgt. Zudem wurde dieser erstmals gleichzeitig für schwerhörige und gehörlose Menschen in Gebärdensprache übersetzt, was zu vielen positiven Rückmeldungen geführt hat. Den Landeskirchen ist Inklusion wichtig – auch bei einem Fernsehgottesdienst.

Kirche kommt an – 50+1 Jahre Landeskirchen im Kanton Luzern

Im Jubiläumsjahr 2020 des 50-jährigen Bestehens hatten die Luzerner Landeskirchen in ökumenischer Verbundenheit unter dem Motto «Kirche kommt an» verschiedene Anlässe geplant. Aufgrund der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie mussten Aktivitäten abgesagt, verschoben und wie mit den Fernsehgottesdiensten oder gemeinsamen Spendenaktionen neu geplant werden. Die katholische und die reformierte Kirche haben deshalb entschieden, das Jubiläum im 2021 um ein weiteres Jahr unter dem Motto «50+1» zu verlängern.

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2020 hätte ein Jahr der Feiern und Begegnungen werden sollen. Doch Corona durchkreuzte das Jubiläumsprogramm. Das bedauern die Präsidentinnen der drei Landeskirchen. Über eines freuen sie gleichwohl: Die gewachsene ökumenische Zusammenarbeit.

«Die Vorfreude war gross», sagt die katholische Synodalratspräsidentin Renata Asal-Steger. «Aber was kam, hat dann unsere ganze Vorstellungskraft übertroffen», macht ihre christkatholische Kollegin Esther Albert den Satz fertig. In dem Jahr, in dem die katholische und reformierte Landeskirche, zusammen mit der schon älteren christkatholischen, ihr 50-jähriges Bestehen feiern wollten, war nur wenig so, wie geplant. Ab März stellte Corona das Programm auf den Kopf.

«Dafür gelang es uns, gemeinsam neue ökumenische Wege zu beschreiten», freut sich die reformierte Synodalratspräsidentin Lilian Bachmann. Sie spricht damit die Fernsehgottesdienste an, welche die drei Landeskirchen in nur drei Wochen produzierten und am Karfreitag und an Ostern auf Tele 1 ausstrahlten. Ein «spürbares Näherrücken» hat auch Asal-Steger erlebt, «unkompliziert und mit viel Einsatz wurde konfessionsübergreifend gearbeitet», meint Esther Albert. Ein dritter Fernsehgottesdienst wurde für Weihnachten aufgenommen. Die drei Kirchen unterstützten auch gemeinsam die Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos und verschickten erstmals gemeinsam eine Weihnachtskarte.

«Kirche lebt schliesslich von der Begegnung»

Gleichwohl: Keine gemeinsame Feier nach der Synode, keine «Lange Nacht der Kirchen», kein Sommerfest und die grosse Bettagsfeier gestrichen – das schmerzte. «Wir waren gut vorbereitet und bereit, das Jubiläum mit tollen Anlässen zu feiern», sagt der katholische Synodalrat Markus Müller, der die Arbeitsgruppe für die 50-Jahre-Feiern leitete. «Und Kirche lebt schliesslich von der Begegnung», meint Bachmann. Corona habe anderseits dazu geführt, die Kernaufgaben der Kirche, Seelsorge, Schutz der Schwachen und Dialog, neu ins Bewusstsein zu bringen. Die Kreativität und das enorme Engagement in den Kirchgemeinden und Pfarreien habe sie beeindruckt.

«Im Moment leben»

Asal-Steger pflichtet ihr bei. Für die katholische Synodalratspräsidentin passte – rückblickend erst recht – das hölzerne Ruderboot als Bild für das Kirchenjubiläum. Das Boot sei alt und teilweise morsch. «So zeigte sich auch die Wirklichkeit. Wir können nicht auf ein glanzvolles Jubiläumsjahr zurückblicken. Im Gegenteil. Statt Ausgelassenheit und Festfreude waren vor allem Verunsicherung und Ungewissheit präsent. So waren wir als Kirchen besonders gefordert und aufgerufen, mit und bei den Menschen zu sein.»

Das gilt im neuen Jahr für die kirchliche Arbeit allgemein wie das Jubiläum. Die drei Landeskirchen versuchen, den einen und anderen Programmpunkt unter dem Titel «50 + 1» nachzuholen. Was sein wird, ist offen: «Ausblicke auf ein Jahr sind kaum mehr möglich», sagt Lilian Bachmann. Wir haben aber gelernt, im Moment zu leben.»

Dominik Thali

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50 + 1: Wie es 2021 mit dem jubiläum weitergeht


«Ich bin ein sehr optimistischer Mensch und deshalb zuversichtlich, dass wir die verschobenen Anlässe dieses Jahr durchführen können», sagt Synodalrat Markus Müller, Leiter der Arbeitsgruppe «50 Jahre Landeskirchen». Bestätigt sich Müllers Zuversicht, sind folgende Termine gesetzt:

  • Freitag, 28. Mai: «Lange Nacht der Kirchen», ganzer Kanton
  • Sonntag, 19. September: öffentliche Feier zum Bettag, Willisau
  • Ganzes Jahr: Dreh von weiteren drei bis vier «Kirche kommt an»-Filmen; das Jubiläumsmotto bleibt Titelthema im «Kirchenschiff», die gleichnamige Website aufgeschaltet.

Die Pfarrei St. Theodul in Littau tut etwas gegen Food Waste: Ihre «Fut­terkrippe» gibt sechs Mal pro Woche Lebensmittel ab, deren Haltbarkeitsdatum abläuft. Willkommen sind alle.

Es ist Anfang Dezember, über Nacht ist der erste Schnee gefallen. Doch auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt wartet kurz vor 9 Uhr ein gutes Dutzend Leute geduldig vor der mit Lebensmitteln gefüllten Garage im Untergeschoss hinter dem katholischen Pfarrhaus Littau. Es sind mehrheitlich Frauen, die anstehen, einige kennen sich, plaudern miteinander. Maske und Sicherheitsabstand sind auch hier Pflicht, aber drängeln muss niemand. Vorrang haben Mütter mit Kindern. Es ist nicht immer alles an Lager, aber es hat für alle genug, auch für jene, die erst um 10 Uhr kommen.

Aldi-Tasche als Lohn

Dafür sorgt in erster Linie Linda Lustenberger, die zusammen mit ihrem Lebenspartner Robert Renggli und dessen Schwester Rosmarie die Wünsche der Wartenden entgegennimmt, auf eine gerechte Verteilung achtet und die Taschen füllt. Linda Lustenberger gehört zum Team der Frei­willigen, die den Betrieb der «Futterkrippe» gewährleisten. Nach einer persönlichen Krise hat die Frau hier eine Aufgabe gefunden, bei der sie richtig aufblüht.
Dass die Helfer*innen ihre «eigene Geschichte» haben und als Lohn für ihre Arbeit selber eine Aldi-Tasche mit Lebensmitteln nach Hause nehmen dürfen, ist Teil des Projektes.

Unabhängig von der Herkunft

Initiiert wurde das Projekt von Angelika Koch, die seit drei Jahren in der Diakonie der Pfarrei tätig ist. Der Dienst an den Nächsten ist ein zentrales Anliegen der Pfarrei, ganz im Sinne von Papst Franziskus. Eines seiner Hauptanliegen ist die Bewahrung der Schöpfung durch umsichtige Öko­logie und die Liebe zu den Nächsten, die Geschwisterlichkeit.
Die «Futterkrippe» gibt es seit gut einem Jahr, Angelika Koch teilt sich die Verantwortung dafür mit Res Wyler, der im Januar 2020 zur Diakonie gestossen ist. In den ersten Monaten gab es eine lose Kooperation mit dem Verein Lebensmittelretter Zen­tralschweiz, die aufgrund verschiedener Vorstellungen über das Projekt beendet wurde. Seit letztem Herbst spielt nur noch das eigene Netzwerk.
Die «Futterkrippe» tritt der Verschwendung von Lebensmitteln (Food Waste) entgegen, aber die Grundgedanken reichen weiter. Zum einen ist es die Achtung vor der Schöpfung, speziell vor der Natur und der Frucht der damit verbundenen menschlichen Ar­beit. Zum andern gilt es Not zu lindern, gerade jetzt. Zudem soll die «Futterkrippe» mithelfen, Beziehungen zu den Nächsten aufzubauen, egal welcher Religion und Kultur jemand angehört.

Symbolischer Franken

In Littau leben Menschen aus fast 100 Nationen. Unterstützung können hier viele gebrauchen, auch Schweizer*innen. «In letzter Zeit kommen immer mehr Junge», stellt Angelika Koch fest. Vielleicht eine Folge von Corona. Wer zur «Futterkrippe» kommt – täglich etwa 25 Personen –, wird nicht nach Beweggründen gefragt. «Natürlich kennen wir mittlerweile viele und wissen so von einigen Schicksalen, aber grundsätzlich ist unsere Hilfe bedingungslos», sagt Angelika Koch. Für die gelernte Pflegefachfrau, die 2021 eine vierjährige theologische Ausbildung abschliessen wird, war dieser Beruf tatsächlich eine Berufung, in der Diakonie erfahre sie diese aber noch mehr. Das Team der Diakonie hat mit Unterstützung des Kirchenrates in den letzten drei Jahren sein Angebot Schritt für Schritt erweitert, so etwa mit dem Café Zwischenhalt oder dem «Offenen Kleiderschrank», einer Art Secondhand-Shop, wo Getragenes, das noch in Ordnung ist, wieder unter die Leute gebracht wird – für einen Franken pro fünf Stück. Der symbo­lische Franken kommt auch bei der «Futterkrippe» zum Tragen: Einen Franken kostet ein voller Sack, wobei es vorkommen kann, dass jemandem die kleine Gebühr erlassen wird, weil er oder sie für den Rest der Woche nicht viel mehr zum Leben hat als diesen einen Franken.

Lebensmittel einwandfrei

Die Lebensmittel kommen hauptsächlich von Aldi. Täglich werden von Helfer*innen mit dem Kleinbus oder Privatauto rund zehn Kisten Lebensmittel abgeholt, deren Mindesthaltbarkeitsdatum näher rückt, die aber immer einwandfrei sind. Von Aldi stammen auch die Taschen, die bei der Verteilung abgegeben werden. Relativ neu hat es dank der Kooperation mit der Luzerner Bäckerei Macchi täglich Brot im Angebot, weitere Lebensmittel kommen von der Firma Fredag in Root (Convenience), der Pastinella in Oberentfelden (Pasta-Produkte) und den Kühltransporten Blättler in Littau.
Da bleibt kaum ein Wunsch offen – oder doch? Ein bisschen träumen darf man, gerade zum Jahreswechsel. Zwei, drei Bistrotischchen für noch mehr Begegnung und Austausch, das ist für das «Futterkrippe»-Team ein Wunsch für 2021.

Hans Graber

Die «Futterkrippe» ist ausser montags täglich von 9 bis 11 Uhr offen.

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Auch Malters engagiert sich gegen Food Waste


Auch im Pfarreiheim Malters können Lebensmittel zum symbolischen Preis von einem Franken oder für einen höheren Solida­ritätsbeitrag abgeholt werden – jeweils donnerstags von 14 bis 15 Uhr. Hinter dieser Aktion steht der Verein Lebensmittelretter Zentralschweiz. Dieser ist auch in Giswil aktiv, in Planung ist laut der Prä­sidentin Daniela Kyburger ausserdem eine Abgabestelle in Schüpfheim.

Corona hat zentrale Bereiche der Gesellschaft, des Kulturlebens, der Politik, der Wirtschaft und der Kirchen hart getroffen. In der Schweiz sind schon über 6‘000 Menschen an und mit der Pandemie verstorben. Ihrer und ihrer Angehörigen gedenken die drei Landeskirchen des Kantons Luzern. Jetzt braucht es das Licht der Hoffnung.

Medienmitteilung vom 23. Dezember 2020

Viele Menschen trauern um verstorbene liebe Angehörige oder Freunde, sind selbst erkrankt oder sorgen sich um an Covid-Erkrankte. Neben der Gesundheit prägen existenzielle Sorgen, Ängste, Einsamkeit und Erschöpfung gegenwärtig die Weihnachtszeit. In diesen schwierigen und dunklen Tagen gedenken die katholische, die reformiere und die christkatholische Landeskirche der mittlerweile über 6‘000 in der Schweiz Verstorbenen. «Mit ihnen wollen wir uns verbinden, an sie wollen wir uns erinnern. Ihren Angehörigen lassen wir unsere aufrichtige Anteilnahme zukommen. Sie und ihr Leid sind nicht vergessen», sagt Renata Asal-Steger, römisch-katholische Synodalratspräsidentin.

Dank für Solidarität

«Danken möchten wir all den Menschen, die in dieser Zeit der Krise Solidarität gelebt haben mit Erkrankten, mit Trauernden und mit allen Leidtragenden dieser Pandemie: Wir danken den Mitarbeitenden in Spitälern, Alterszentren, Spitex-Organisationen, Betreuungsdiensten für ihren enormen Einsatz. Wir danken den Menschen in den Kirchgemeinden und Pfarreien, welche sich seelsorgerlich und solidarisch – gelebte Nähe trotz Distanz – engagiert und die auch unter Einschränkungen sichergestellt haben, dass Kirche trotzdem stattfindet», so Dr. Lilian Bachmann, evangelisch-reformierte Synodalratspräsidentin. «Und nicht zuletzt danken wir den Behörden, Freiwilligen und jeder einzelnen Person, die sich solidarisch dafür eingesetzt hat, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern und dessen Auswirkungen aufzufangen», schliesst Esther Albert, Präsidentin christkatholische Kirchgemeinde Luzern, ab.

Licht der Hoffnung

Das Licht der Hoffnung, das in diesem besonders dunklen Jahr heller denn je strahlt, möge allen einsamen, erkrankten, sorgenden, trauernden und verunsicherten Menschen die Kraft, den Trost und auch die Zuversicht geben, die alle brauchen. Am Freitag, 25. Dezember 2020, um 10 Uhr zünden die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Weihnachts-Fernsehgottesdienst auf Tele1 gemeinsam Kerzen an und bringen Licht in die dunkle Zeit. In diesem Sinn wünschen die Landeskirchen zu Weihnachten Gottes Licht der Hoffnung und seinen Segen.

Begleitet von Brief an die Weihnachtsgemeinde

Die Landeskirchen richten sich mit ihrem Gedenken und ihrem Dank in der Form eines offenen Briefs an die gesamte Weihnachtsgemeinde . Das Bild steht symbolisch für die Worte des Prophets Jesaja, welcher die Geburt des Messias angekündigt hat, als neue Hoffnung für ein unterdrücktes Volk:

«Das Volk, das im Dunkel lebt, sieht ein helles Licht;
Über denen, die im Land der Finsternis wohnen, strahlt ein Licht auf.»

Jesaja 9,1

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Die 1×1-Kirche in Dagmersellen: wo Kinder dem Glauben während des Gottesdienstes näherkommen. Mit einfachen Worten, einprägsamen Bildern, Lachen und viel Farbe.

«Wie viele Kleber hast du schon auf deinem 1×1-Kirchenpass?», fragt ein Junge seinen Kameraden vor Beginn des Sonntagsgottesdienstes. Stolz vergleichen die Beiden ihre bunt angemalten Pässe, die sie an einem grünen Band um den Hals tragen. Für jeden besuchten 1×1-Kirchengottesdienst gibt es einen neuen Kleber – insgesamt acht davon im Verlauf von zwei Jahren.

Heute steht Thema Nummer drei auf dem Programm: Beten. «Das ist Reden mit Gott wie mit den Eltern oder einer guten Freundin», erklärt Theologin Katharina Jost. Sie hat gemeinsam mit vier Frauen aus dem Pastoralraum Hürntal die 1×1-Kirche ins Leben gerufen. Ziel: «Wir möchten Kindern bereits vor der Erstkommunion ein einfaches Verständnis für kirchliche Konzepte wie das Kreuzzeichen, das Brotteilen oder die verschiedenen Rollen im Gottesdienst geben.»

Die Versuchung mit den Chips

Anders als bei einer üblichen Sonntagsfeier nehmen die Kinder der 1×1-Kirche mit ihren Eltern am gewöhnlichen Sonntagsgottesdienst teil, dürfen jedoch zwischendurch und insbesondere während der Predigt bei einem Spezialprogramm mitwirken. Heute geht es raus an die frische Luft, wo die rund 40 Kinder dem wohl berühmtesten Gebet des Christentums auf den Grund gehen: dem Vaterunser. Auf einem blauen Tuch sind verschiedene Gegenstände ausgebreitet, wobei jeder für einen besonders kniffligen Begriff im Vaterunser steht. Zum Beispiel liegen da eine Tüte Chips und Schokolade. «Was könnte damit gemeint sein?», fragt Katharina Jost die Kinder. Sofort schiessen Hände in die Luft; die Antworten sind kreativ. «Versuchung?», errät schliesslich ein Junge. «Sehr gut! Bestimmt kennt ihr das Gefühl, wenn ihr eine Handvoll Chips genommen habt und einfach nicht aufhören könnt, obwohl ihr wisst, dass es besser wäre – mir passiert das andauernd», sagt Katharina Jost und erntet verständnisvolles Nicken.

Ein Anlass für Jung und Alt

Pünktlich zur Kommunion sind die Kinder wieder in der Kirche – bereit fürs Vaterunser, das sie mit eingeübten Gesten stolz vor dem Altar vortragen. Die Verflechtung von kinderfreundlichen Elementen in den gewöhnlichen Gottesdienst ist Teil des Erfolgsrezepts der 1×1-Kirche: «Das Miteinander von Jung und Alt ist sehr schön; für die ganze Familie ist etwas dabei», sagt etwa Roman Laimbacher, der den Gottesdienst mit seinen beiden Kindern besucht. Katharina Jost berichtet von anderen Pfarreien, die sich bereits mit Interesse fürs Projekt bei ihr gemeldet haben. «Die 1×1-Kirche kommt an – das freut uns», sagt die Theologin.

Und was meinen die Kinder? «Ich habe hier viel gelernt: Wenn ich nun andere Gottesdienste besuche, verstehe ich viel mehr als vorher», sagt Lina Bünter, die sich heute den dritten Kleber für ihren 1×1-Kirchenpass verdient hat. Ob sie bei der nächsten 1×1-Kirche wieder dabei sei? Lina zögert nicht mit ihrer Antwort: «Na klar – mein Pass soll schliesslich voll werden!»

Anna Graf

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Vor Ort sind Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen unter Einhaltung der Corona-Schutzmassnahmen weiterhin möglich. Die katholische, die reformierte und die christkatholische Landeskirche im Kanton Luzern bieten ergänzend dazu einen ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst an. Er wird am 25. Dezember um 10 Uhr auf Tele1 ausgestrahlt und für schwerhörige und gehörlose Menschen in Gebärdensprache übersetzt.

Medienmitteilung vom 15. Dezember 2020

Der Bundesrat und der Kanton Luzern haben vergangene Woche verstärkte Massnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus getroffen. Weihnachten findet aufgrund der Einschränkungen in einem anderen Rahmen als bisher statt. In den Pfarreien und Kirchgemeinden können Gottesdienste und religiöse Veranstaltungen mit bis zu 50 Personen weiterhin stattfinden. Die drei Landeskirchen im Kanton Luzern bieten mit dem ökumenischen Weihnachts-Fernsehgottesdienst einen ergänzenden digitalen Zugang für sehr viele Menschen, die aufgrund der aktuell geltenden Vorschriften nicht alle vor Ort teilnehmen können oder wollen, um die Geburt Jesu zu feiern. Erstmals wird der Fernsehgottesdienst auch für schwerhörige und gehörlose Menschen in Gebärdensprache ausgestrahlt. Den Landeskirchen ist der christliche Wert der gesellschaftlichen Inklusion und der Solidarität auch beim Fernsehgottesdienst ein zentrales Anliegen.

Telefongespräche im Anschluss

Der Weihnachtsgottesdienst wird am Freitag, 25. Dezember, um 10 Uhr auf Tele1 ausgestrahlt. Es wirken mit: Gudrun Dötsch (Pfarreileiterin Katholische Kirche St. Maria zu Franziskanern Stadt Luzern), Ursina Parr (Pfarrerin Reformierte Kirche Meggen-Adligenswil-Udligenswil) und Marlies Dellagiacoma (Pfarrerin Christkatholische Kirchgemeinde). Engelbert Glaser (Komponist und Organist) und Irene Spengler (Sopranistin) begleiten den Fernsehgottesdienst in der christkatholischen Christuskirche musikalisch. In Gebärdensprache übersetzt Dolmetscherin Agnes Zwyssig. Anschliessend an den Fernsehgottesdienst besteht zudem die Möglichkeit, von 10.30 bis 11.30 Uhr unter Telefon 041 417 28 80 mit Gudrun Dötsch, Ursina Parr oder Marlies Dellagiacoma ein Gespräch zu führen.

Kirche kommt an – 50 Jahre Landeskirchen im Kanton Luzern

Die Luzerner Landeskirchen feiern 2020 ihr 50-jähriges Bestehen. In ökumenischer Verbundenheit planten die Kirchen unter dem Motto «Kirche kommt an» verschiedene Anlässe. Aufgrund der Massnahmen gegen das Coronavirus mussten Aktivitäten abgesagt, verschoben und wie mit den Fernsehgottesdiensten oder gemeinsamen Spendenaktionen neu geplant werden. Kirche ist präsent und geht mit unterschiedlichen Angeboten auf die Bedürfnisse der Menschen ein: So aktuell mit gemeinsamen christlichen Weihnachtsfeiern und insbesondere in der Seelsorge nimmt sie Anteil an den Ängsten, Sorgen sowie Hoffnungen.

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Der Samichlaus ist dieses Jahr im Dilemma: Hausbesuche gefährden die Gesundheit, Absagen enttäuschen die Kinder. Samichlaus-Vereine reagieren darauf mit viel Kreativität, wie einige Nachfragen zeigen.

«Wie viele andere, wird auch der Samichlaus dieses Jahr im Home-Office tätig sein.» Mit diesen Worten richtet sich die Samichlaus-Gruppe Inwil auf der Website an Familien – und lädt diese erstmals zu sich in ein spezielles Häuschen im Wald ein. «Das Häuschen wird für diesen Anlass durch die Mitglieder gebaut. Es ist vorne offen, so kann auch der Abstand eingehalten», erklärt Vereinspräsidentin Anita Bucher. «Da der Platz bei der Bevölkerung bekannt ist, wird der Samichlaus erzählen, dass er nicht hier wohnt.»
Nicht im Wald, aber in der Kirche können Familien aus Kriens den Samichlaus treffen. «Kriens hat drei Kirchen, in die wir je 50 Personen einladen können», sagt Stefan Huber im Namen des Samichlaus der Krienser Pfarreien. Je nach Anzahl Anmeldungen würden drei bis vier solcher Treffen stattfinden. Gleiches gilt für den Samichlaus von Eschenbach, der «aufgrund seines hohen Alters zur Risikogruppe zählt und als gutes Beispiel voran gehen möchte», heisst es auf der Website des Vereins.

Hausbesuch virtuell

Sehr modern zeigt sich der Samichlaus in Römerswil: Hier kommt er virtuell in den Familien vorbei, und zwar per Video-Anruf via Whatsapp. «Uns ist es wichtig, dass die Kinder den Samichlaus sehen können», erklärt Thomas Stocker, Aktuar der Chlausgroppe Römerswil. Familien würden sich mit dem üblichen Formular anmelden, Lob und allfälligen Tadel festhalten sowie eine Whatsapp-Handynummer angeben.

Chlaussack inbegriffen

«Zum abgemachten Zeitpunkt ruft der Samichlaus auf diese Nummer an», so Stocker. Natürlich sei ein Smartphone-Bildschirm relativ klein, «aber es soll nicht zu kompliziert sein». Whatsapp sei derzeit wohl das am meisten genutzte Kommunikationsmittel. Was aber wäre ein Samichlaus-Besuch ohne Nüssli, Mandarindli und Schokolade? Auch dafür hat sich der Samichlaus von Römerswil etwas einfallen lassen. Dank ausgeklügelter Logistik und der Unterstützung von zwei Gehilfen wird der Chlaus dafür sorgen, dass die Kinder auch auf den traditionellen Chlaus-Sack nicht verzichten müssen…

Brauch passt derzeit nicht

Ein solch virtueller Besuch kommt in Hochdorf nicht in Frage: «Der Brauch soll so leben, wie er ist. Er passt im Moment nicht in die Corona-Zeit», sagt Beat Moscatelli, Präsident des Samichlaus-Vereins Hochdorf. Für sie habe die Gesundheit oberste Priorität. «Wir wollen unsere Verantwortung gegenüber der Gesellschaft wahrnehmen und nichts Negatives verbreiten», so Moscatelli. Aus diesem Grund wird auf Hausbesuche verzichtet. Den Kindern würden aber Geschichten und Ausmalvorlagen zugeschickt.

Nicht auf Hausbesuche verzichten wollen die Samichläuse der Gallizunft Kriens und der Götschizunft Hildisrieden. Hier gelten Schutzkonzepte, Händedesinfektion und Abstandsregeln. Falls die Corona-Massnahmen noch strenger werden, sei die Abgabe von Chlaussäckli zum Beispiel im Milchkasten denkbar, teilt Marco Schertenleib von der Gallizunft mit. Denn wichtig sei, «dass die Kinder ihr Chlaussäckli bekommen!»

Sylvia Stam

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Vor 50 Jahren wurden die katholische und reformierte Landeskirche gegründet. Was das gebracht hat? Aufgaben, die alle betreffen, werden seither kantonal erfüllt. Und der Staat hat in den Kirchen Ansprechpartner erhalten, die mit ihm gesellschaftliche Verantwortung teilen.

Seelsorge für Menschen mit einer Behinderung, der Finanzausgleich unter den Kirchgemeinden, Aus- und Weiterbildung von Katechetinnen und Katecheten, Notfallseelsorge oder die eigenen Parlamente: Die Liste dessen, was die Gründung der Landeskirchen vor 50 Jahren möglich machte, ist noch viel länger. Für Markus Ries, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Luzern, ist die Aufgabenteilung herausragend: «Die Landeskirchen ermöglichen, dass die kantonale Ebene professionell ausführt, was auch dorthin gehört. Regionale Zweckverbände wären ja nicht sinnvoll.»

Präsenz markieren in der Gesellschaft

Der reformierte Synodalrat und Historiker Florian Fischer weist auf die zweite grosse Errungenschaft hin, den «Ausbau der demokratischen Mitbestimmung». Einerseits brachten diesen die Synoden, die beiden Kirchenparlamente, selbst mit, anderseits war das Stimm- und Wahlrecht für Frauen bereits für die damaligen Verfassungsräte selbstverständlich, die damit den Weg für das Frauenstimmrecht im Kanton Luzern ebneten. Auch Ausländerinnen und Ausländer sind bei beiden Kirchen stimmberechtigt, auf katholischer Seite seit 1994. Der 2016 verstorbene Alois Häfliger (Willisau), Präsident der katholischen Synode 1990/91, fasste die Bedeutung der Landeskirchen in seinem «Geschichtlichen Überblick» zum 25-Jahre-Jubiläum 1995 in einem Satz zusammen: «Kantonal- und Landeskirchen erweitern und festigen die Selbständigkeit der Konfessionen und stärken die Präsenz der Kirchen in der Gesellschaft.»

Wo die Mitsprache Grenzen hat

Während auf reformierter Seite die Landeskirche innerkirchliche Belange selbständig regeln kann, ist dies bei den Katholiken Aufgabe Roms und des Bistums. Dieses duale System führt vor allem dann zum Konflikt, wenn sich staatskirchenrechtliche Vertreterinnen und Vertreter zu kirchenpolitischen Fragen äussern. Die «Luzerner Erklärung» der Synode von 2003 und das «Luzerner Manifest» von 2006 sind Beispiele dafür. «Da stossen Beteiligung und Mitbestimmung an Grenzen», räumt Markus Ries ein. Die demokratisch gewählten Räte sind für ihn gleichwohl auch kirchenpolitisch wichtig: «Sie können sicherstellen, dass der Dialog im Gang bleibt und Rechenschaft eingefordert wird.» Und «natürlich auch», indem sie Gleichberechtigung und Mitsprache vorlebten.


Eine andere Errungenschaft ist für beide Landeskirchen wichtig: Mit deren Gründung hat der Staat Ansprechpartner erhalten, die für den ganzen Kanton stehen. Er teilt sich mit ihnen sogar Aufgaben, die für den gesellschaftlichen Zusammenhalt wichtig sind. Die Gassenarbeit in Luzern oder die Ehe-, Lebens- und Schwangerschaftsberatung sind Beispiele dafür. Die Landeskirchen wiederum – zu diesen zählt auch die kleine Christkatholische Kirchgemeinde – pflegen eine intensive ökumenische Zusammenarbeit.

Dominik Thali

Kirchengeschichtler Markus Ries vor dem heutigen Gemeindehaus von Ettiswil, wo die Landeskirche bis 1996 ihren Sitz hatte. | © 2020 Dominik Thali
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In vier Schritten zu den Landeskirchen

Die katholische wie die reformierte Landeskirche im Kanton Luzern nahmen vor 50 Jahren ihre Tätigkeit auf. Vier Schritte führten dazu. 1958 hiess das Luzerner Stimmvolk eine Verfassungsrevision gut, die es den Stimmberechtigen einer Konfession erlaubte, eine eigene Kirchenverfassung zu erarbeiten. 1964 verabschiedete der Grosse Rat (heute Kantonsrat) das Ausführungsgesetz dazu. 1966 nahmen beide Konfessionen Volksinitiativen zur Bildung einer Landeskirche an, worauf die Regierung die Wahl von Verfassungsräten anordnete. 1969 wurden die Verfassungen an der Urne genehmigt. Am 22. Januar 1970 trat die reformierte Synode erstmals zusammen, am 13. März 1970 die katholische.

 

«Vertrauen entsteht mehr im Alltag als in heiligen Handlungen», sagt Karin Klemm. Sie ist katholische Seelsorgerin im Hospiz Zentralschweiz, wo schwerkranke Menschen ihre letzte Lebensphase verbringen.

Littau Zentrum. Kein Schild weist zum Hospiz Zentralschweiz. Erst neben der Eingangstür ist der Name zu lesen. «Das Hospiz ist fast wie ein Daheim. Zu meiner Wohnung weist ja auch kein Schild», erklärt Karin Klemm und lacht herzlich.
Tatsächlich befindet sich das Hospiz, im Januar in Littau eröffnet, in einem Haus, in dem sich zuvor eine Wohnung mit Arztpraxis befand. Die Einrichtung erinnert daran: Da ist die Stube mit Sofa, Bibliothek und Cheminée, eine offene Küche mit einer Theke und Barhockern, eine Kinderspielecke und ein grosser Esstisch. Hier können Patient*innen, Pflegende, Seelsorgerinnen, Freiwillige und Angehörige täglich gemeinsam zu Mittag essen, wenn sie möchten. «Wir teilen Brot und Leben an diesem Tisch, pflegen jesuanische Gastfreundschaft, auch ohne religiöse Worte.»

Würdig verabschieden

Die Tür, durch die die Besucherin hereinkam, lässt sich nur von innen öffnen. «Immer öffnet ein Mensch diese Tür», erklärt Klemm die Willkommenskultur im Haus. Wenn ein/e Patient/in gestorben sei, stehe die Belegschaft des Hauses an dieser Tür Spalier, wenn der Sarg hinausgetragen werde. «Wir wollen unsere Patientinnen würdig verabschieden.» Die 56-Jährige ist die erste festangestellte Hospiz-Seelsorgerin (60 Prozent) in der Schweiz. Ihre Kollegin Marie-Therese Habermacher hat zudem ein 30-Prozent-Pensum in Spiritual Care. «Zu meiner Kompetenz gehört der Umgang mit biblischen und religiösen Texten, die Reflexion von Religiösem und die Gestaltung von Ritualen», sagt Klemm. Manche Patientinnen würden lieber mit einer theologisch gebildeten, andere lieber mit einer psychotherapeutisch gebildeten Seelsorgerin reden.

Vertrauen schaffen

Wie sehr aber sind spezifisch religiöse Kompetenzen hier gefragt? «Ich gehe innerhalb der ersten drei Tage zu jeder neuen Patientin und jedem neuen Patienten und sage: ‹Sie leben jetzt hier bei uns, deshalb möchte ich Sie kennen lernen.›» Mehr nicht, denn nicht wenige hätten Vorbehalte oder schlechte Erfahrungen mit Religion. Dann gehe es darum, miteinander ein Stück Alltag zu leben: Gemeinsam zu Mittag zu essen, ein Gespräch zusammen mit den Angehörigen, von Karin Klemm moderiert.

Seelsorgerin Karin Klemm mit Hospiz-Katze Jimini, | © 2020 Sylvia Stam

«Vertrauen entsteht mehr im Alltag als in heiligen Handlungen.» Wenn dieses erst einmal da sei, könne es auch zu Gesprächen über explizit religiöse Themen kommen. «Von mir aus spreche ich solche Themen jedoch nie an.» Auf Wunsch betet sie mit den Patient*innen oder für sie, manche wünschten die Kommunion, die Krankensalbung eher selten.

Klemm erlebt immer wieder, wie wichtig der Beziehungsaspekt auch bei solchen Sakramenten ist. «Wenn bei der Kommunion noch eine vertraute Person, zum Beispiel der Schwager, dabei ist, dann leuchten die Augen mancher Patientin mehr als sonst.» Klemm ist denn auch überzeugt: «Es gibt keine religiöse Bindung ausserhalb von Beziehungen.» Religion fasst sie dabei sehr weit: «Religion soll verbinden, deshalb suche ich die Schnittmenge der Gemeinsamkeiten, auf deren Boden wir Stille suchen und feiern können.» Jesu Gastfreundschaft und Menschenfreundlichkeit seien dabei Richtschnur. «Viele Pflegende sind nicht im kirchlichen Sinne praktizierend, aber wir feiern gemeinsam. Das ist eher postchristlich, aber zutiefst jesuanisch.»

Feste im Kirchenjahr

Gefeiert wird jede Woche eine Wochenabschlussfeier im Raum der Stille. Alle zwei Monate gibt es für die Mitarbeitenden – verpflichtend – eine Gedenkfeier für die in dieser Zeit Verstorbenen. «Hier ist es wichtig, dass wir als Seelsorgende nachspüren: Wer trägt noch etwas mit sich herum?»

Manche Angehörige wünschten ein Abschiedsritual, «dann bieten wir eine kleine Feier im Innenhof an». Auch das Kirchenjahr soll Platz haben: «Der Karfreitag gehört in jede Gesundheitsinstitution», findet Klemm. Sie gestaltet ein Karfreitagsgebet mit einem hölzernen Kreuz. In der Osternacht wurde ein Osterfeuer entzündet und ein Halleluja gesungen, dazu geistliche Gedichte vorgelesen. Auch Advent, Weihnachten und Pfingsten werden Ausdruck finden.
Weiter verzichtet das Hospiz bewusst auf religiöse Symbole im Haus. Denn «Religion soll einladen, aber sie darf nicht ausgrenzen». Für Rituale – «je einfacher, desto besser» – eigneten sich auch Tonscherben oder Blumen. Auch den Raum der Stille schmückt einzig eine riesige leere Holzschale, darum herum schwarze Meditationskisse. Karin Klemm hebt die Schale gegen das Licht. Da zeigt sich, dass das Holz an einer Stelle fast durchsichtig ist. «Schönheit im Versehrt-Sein», sagt Klemm.

Sylvia Stam

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Kirchen bezahlen Seelsorge im Hospiz

Das Hospiz Zentralschweiz verfügt über 12 stationäre Betten und 8 Tagesplätze für schwerkranke Menschen in der letzten Lebensphase. Innerhalb eines Jahres weilen hier rund 120 Patient*innen zwischen 36 und 90 Jahren. Manche sterben nach einer Nacht, andere bleiben fünf Monate. Die Landeskirchen der Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden, Uri und Zug sowie die Christkatholische Kirchgemeinde Luzern finanzieren die Seelsorge-Stelle (60 Prozent) vorerst für drei Jahre mit insgesamt 100’000 Franken pro Jahr, zuzüglich eines Startbeitrags von 22’000 Franken. Der Anteil der römisch-katholischen Landeskirche Luzern beträgt 50’000 Franken jährlich. Die 30-Prozent-Stelle in Spiritual Care finanzieren die katholische und die reformierte Landeskirche Zug.

 

Im Heilpädagogischen Zentrum Hohenrain feierten am vergangenen Freitag (23. Oktober 2020) vier Jugendliche ihre Firmung. Im Gottesdienst erhielten die jungen Frauen Rückenwind für ihr Leben.

Trotz erschwerender Corona-Massnahmen erlebten die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher eine frohe und lebendige Feier. Mit Gedanken zur Kraft des Windes, der in die Segel der selbstgestalteten Segelboote bläst, eigenen Fürbitten und Altardienst beteiligten sich die Firmlinge aktiv an der Gestaltung. Unter der musikalischen Leitung von Martin Soom überraschten Kolleginnen und Kollegen sowie Lehrpersonen die Feiernden mit berührenden und schön vorgetragenen Liedern. Behindertenseelsorger Bruno Hübscher brachte den Teilnehmenden das Pfingstgeschehen mit klaren Worten näher. Die Kraft des Heiligen Geistes, als Rückenwind für den richtigen Kurs, wurde den Jugendlichen vom Firmspender Roland Häfliger, Domherr und Pfarrer des Pastoralraums Baldeggersee, in seiner Predigt erklärt. Eindrücklich war der Moment, als er den vier jungen Frauen Simona Ellenberger, Stefanie Hunkeler, Alexia Mangione und Annenicole Ryan das Firmsakrament spendete.

Das gemeinsame Zusammenwirken für das Gelingen des Firmgottesdienstes – dazu gehörte auch Katechetin Bernadette Walthert – war ein wunderbares Erlebnis. Im Anschluss an die Feier genossen die Firmlinge ihren grossen Tag weiter im Kreise ihrer Familien und Gäste.

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